Brunkow_Akrodynamik


Brunkow_Akrodynamik_2

2.4.2. "Stemmführung nach Brunkow"

Hierbei werden insbesondere die distalen Extremitäten (Hände und Füße) in bestimmten Stellungen eingestellt ("eingestemmt") und durch Stimulation in eine koordinierte Muskelspannung gebracht. Dadurch erfolgt eine Fortleitung der Muskelspannung in den Rumpf, die wiederum eine unwillkürliche Rumpfaufrichtung mit einer Ganzkörperspannung verursacht. Steigern kann man diese Spannung noch, indem der Patient in verschiedenen Ausgangsstellungen unter Einbeziehen der Schwerkraft in für ihn adäquaten Aktivitätsniveaus tonisiert wird. Simulatoren sind Druck-Stauch-Impulse (propriozeptive Reize) und Wischtechniken (exterozeptive Reize).

Ziel ist es, die Gelenke zu stabilisieren und die Körpermuskulatur zugunsten der aufrichtenden und segmental stabilisierenden Muskulatur zu kräftigen.

Wichtig ist langsames Arbeiten, damit die Aktivierung ungehindert weiterläuft und es zu einer dynamischen Ganzkörperspannung kommt. Die fließende Atmung ist das Maß der Aktivierung. Es wird versucht, die in der Hirnrinde besonders groß repräsentierten Extremitäten in ihren Einflussmöglichkeiten auf den gesamten Bewegungsablauf voll auszunutzen. Ein weiteres Ziel ist es, regulierend auf die Aufrichtung des Rumpfes zu wirken. Es werden damit physiologische Haltungs- und Bewegungsmuster gebahnt und ausgelöst, so dass der Körper die Reaktionsmechanismen automatisiert. Der Aufbau der Wirbelsäulenmuskulatur kann Instabilitäten im Bereich der Wirbelsäule ausgleichen und/oder zu einer Verbesserung des Beschwerdebildes führen. Die erneute Koordination der besonders bei PPS durch Dysbalancen auffälligen Muskulatur führt zu einer spürbaren Erleichterung von Haltung und Bewegung.

Video der Therapie nach Brunkow (Urheber ist der mittlerweile aufgelöste PolioEcho e. V.)
     


Bundesverband Poliomyelitis e.V.

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