Urologische Störungen

Es existieren zu der Frage, ob vermehrt neurogene oder periphere Blasenfunktionsstörungen oder häufiger erektile Dysfunktionen bei Spätfolgen nach Poliomyelitis und insbesondere bei Postpoliosyndromen bestehen, nur sehr wenige verwertbare wissenschaftliche Untersuchungen. Johnson et al. berichten bei PPS-Patienten eine größere Häufigkeit von urologischen Symptomen als in einer Vergleichsgruppe von Patienten mit stabilen Polioresiduen. Bei männlichen PPS-Patienten bestanden zudem früher Zeichen einer erektilen Dysfunktion. Zudem fanden sich bei weiblichen Patienten gehäuft Symptome der Stressinkontinenz. Spezifische Muster für Blasenentleerungsstörungen konnten nicht dargestellt werden.

Autonome Funktionsstörungen müssen im Rahmen der Anamnese erfragt werden. Das
Führen von Miktionsprotokollen ist hilfreich. Zum Unterscheiden der verschiedenen Pathomechanismen der Inkontinenz ist eine Urodynamik erforderlich, woraus sich unterschiedliche therapeutische Strategien ergeben. Eine bei der Stressharninkontinenz therapeutisch gut etablierte Methode ist das biofeedbackgestützte Beckenbodentraining mit kombinierter Neurostimulation.

Bundesverband Poliomyelitis e.V.

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