Schluck- und StimmDiagnostik

Schlucken ist ein hochdifferenzierter Prozess, bei dem Muskelkraft, Bewegungsamplitude
und zeitliche Koordination von etwa 50 Muskelpaaren ständig variiert werden. Dysphagien
bei Polio beruhen auf peripheren (nukleären) Paresen der beteiligten Muskulatur.


Die Symptome sind oft diskret und müssen gezielt erfragt werden:

  • Häufiges Verschlucken (eventuell vermehrt abends bei Müdigkeit)
  • Hustenreiz beim Essen
  • Kloßgefühl beim Schlucken

Basisuntersuchungen (Arzt, Logopäde) sind:
 

  • visuelle und manuelle Beurteilung von Lippen-, Wangen-, Zungen- und  
    Kiefermuskeln sowie des Velums
  • Prüfung der Sensibilität
  • Schluckprobe
Bei relevanten Schluckstörungen sind Videoendoskopie, Lupen-Laryngoskopie und radiologische Kinematographie des Schluckaktes als Zusatzuntersuchungen verfügbar.
Stimmstörungen entstehen bei Störungen von Kraft, Bewegungstempo oder Bewegungsumfang der Sprechorgane. Untersucht werden die Bereiche Artikulation (->Dysarthrie), Stimmgebung (->Dysphonie) und Sprechatmung (-> Dyspneumie). Die klinische Untersuchung erfolgt durch den Neurologen oder HNO-Arzt. Zusätzlich kann eine Lupen- Laryngoskopie oder Stroboskopie eingesetzt werden, um das Schwingungsverhalten der Stimmlippen zu beurteilen.

Bundesverband Poliomyelitis e.V.

  • Interessengemeinschaft von Personen mit Kinderlähmung
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