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Wer sollte wann geimpft werden?

Auch nach der Grundimmunisierung bei Säuglingen muss der Impfschutz regelmäßig aufgefrischt werden.

Alter (Jahre) 5-6 9-17 > 18
Tetanus
x
x
x1
Diphtherie
x
x
x1
Keuchhusten
x
x
x
Kinderlähmung  
x
x2

x = Auffrischungsimpfung
x1 = Auffrischungsimpfung alle 10 Jahre
x2 = ggf. Nachholimpfung

Kinder 5-6 Jahre

Einmalige Auffrischimpfung gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten.

Jugendliche 9-17 Jahre

Einmalige Auffrischimpfung gegen Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung und Keuchhusten.

Erwachsene ab 18 Jahren

Alle 10 Jahre Auffrischimpfung gegen
Tetanus und Diphtherie.
Impfung gegen Keuchhusten: einmalig bei fälliger Tetanus-Diphtherie-Auffrischimpfung.
Impfung gegen Kinderlähmung: wenn keine vollständige Grundimmunisierung und/oder keine einmalige Auffrischimpfung vorhanden ist sowie bei Reisen in Gebiete mit Infektionsrisiko.
  • Zusammenfassung

    Auch wenn die Kinderlähmung und andere Krankheiten heutzutage durch die Erfolge der Impfungen kaum noch auftreten, besteht weiterhin eine Gefahr durch die Erreger. Nachlässigkeit beim Impfschutz kann zur Wiedereinschleppung der Erreger und zum erneuten Ausbruch der Krankheiten führen. Daher sollten auch Erwachsene auf die regelmäßige Auffrischung ihres Impfschutzes achten und sich hierzu von ihrer Ärztin oder ihrem Arzt beraten lassen.

Impfen

Kinderlähmung wird durch Viren verursacht, welche durch Schmierinfektionen
über den Mund übertragen werden. Infizierte scheiden das Virus mit dem
Stuhl aus. Die allgemeinen Krankheitszeichen sind vor allem Fieber, Abgeschlagenheit
und Gliederschmerzen. Bei einigen Personen schädigt das Virus das Nervensystem und führt zu Lähmungen. Bleibende Schädigungen sind vor allem Fehlstellungen der Poliovirus Gliedmaßen durch den Ausfall ganzer Muskelgruppen. Jahrzehnte nach der Ersterkrankung können die Symptome eines Post-Polio-Syndroms auftreten. Es ist ein Ziel der Weltgesundheitsorganisation WHO die Krankheit weltweit auszurotten. Seit 2002 ist die Kinderlähmung zum Glück in Europa eliminiert, aber solange die Krankheit nicht weltweit ausgerottet ist, besteht das Risiko der Wiedereinschleppung. Daher ist eine hohe Impfrate gegen die Kinderlähmung in Deutschland wichtig.

 

Die Impfung gegen Kinderlähmung – früher und heute
Früher erhielten Kinder die in der Regel dreimalige Schluckimpfung mit abgeschwächten, lebenden Polioviren. Der die Impfkampagne begleitende Slogan „Schluckimpfung ist
süß, Kinderlähmung ist grausam“ ist vielen sicher noch in Erinnerung. Diese Kampagne war sehr erfolgreich und die Zahl der Neuerkrankungen an Kinderlähmung ging drastisch
zurück.
Seit 1998 gibt es in Deutschland eine Impfempfehlung mit einem inaktivierten Impfstoff (Totimpfstoff) gegen Kinderlähmung, welcher in den Muskel gespritzt wird.


Kombinationsimpfstoffe

Die Impfung gegen Kinderlähmung wird heute selten alleine, sondern zumeist als Kombination mit Impfstoffen gegen andere Krankheiten in einer Spritze gegeben. So
werden Säuglinge mit einer Spritze gegen sechs oder fünf Krankheiten geimpft und auch bei Erwachsenen frischt man den Impfschutz meist gegen drei oder vier Krankheiten
auf einmal auf. Gegen folgende Krankheiten wird bei Kindern und Erwachsenen
häufig in Kombination mit der Impfung gegen Kinderlähmung geimpft:

Tetanus

Tetanus, auch Wundstarrkrampf genannt, wird durch Bakterien aus dem Erdreich verursacht. Schon kleine Verletzungen reichen für eine Infektion aus. Bei Erkrankung
kommt es zu Krampfanfällen, welche lebensbedrohlich sein können, wenn die Atemmuskulatur betroffen ist.

Diphtherie

Das Diphtherie-Bakterium wird durch Tröpfcheninfektion z. B. durch Niesen oder Husten von Mensch zu Mensch übertragen. Es setzt sich in den Schleimhäuten oder der
Haut fest und bildet ein gefährliches Gift. Dadurch kann es zum Beispiel zu schweren Entzündungen im Rachen und den Atemwegen kommen mit Anschwellung des Halses
und Erstickungsanfällen.

Keuchhusten (Pertussis)

Auch die für Keuchhusten verantwortlichen Bakterien werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Inzwischen handelt es sich hier nicht mehr um eine typische Kinderkrankheit,
sondern auch bei Erwachsenen kommt es zunehmend zu Erkrankungen. Diese leiden unter wochenlangem unspezifischen Husten, wobei es in 25 % der Fälle zu Komplikationen wie Rippenbrüchen, Lungen- oder Mittelohrentzündung kommen kann.

Bei der Grundimmunisierung von Säuglingen werden Kombinationsimpfstoffe
verwendet, mit welchen noch zusätzlich gegen Haemophilus influenzae Typ b und auch Hepatitis B geimpft wird.

Bundesverband Poliomyelitis e.V.

  • Interessengemeinschaft von Personen mit Kinderlähmung
  • Freiberger Straße 33  |  09488 Thermalbad Wiesenbad