Welt-Polio-Tag


Jedes Jahr wird am 28. Oktober anlässlich des Geburtstages des Bakteriologen Jonas Salk, des Entdeckers des Polio-Impfstoffes, der Welt-Polio-Tag begangen. Dieser Gedenktag wurde erstmals 1998 durch UNICEF und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufen. Ziel ist es, die Menschen weltweit über die Schwere der Poliomyelitis-Erkrankung und ihre Folgen aufzuklären, mit denen allein in Deutschland etwa 60 000 Menschen leben. Gleichzeitig soll der Tag zu Auffrischungs-Impfungen motivieren, um eine Rückkehr dieser schweren Erkrankung zu verhindern.
Dank der weltweiten Initiativen zur Ausrottung der Kinderlähmung ist seit 1980 die Zahl der mit dem Polio-Wildvirus Infizierten um 99,9 Prozent zurückgegangen. Im vergangenen Jahr wurde zudem der afrikanische Kontinent von der WHO für poliofrei erklärt, nachdem Nigeria drei Jahre ohne eine Erkrankung mit dem wilden Polio-Virus geblieben war. Das stellt einen
weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Ausrottung dieser heimtückischen Erkrankung dar. Das Polio-Wildvirus ist damit nur noch in zwei Ländern (Pakistan und Afghanistan) endemisch.
Weltweit ist Polio damit zwar so gut wie ausgerottet und Europa gilt seit Juni 2002 als frei von Kinderlähmung. Doch die Gefahr neuer Infektionen mit diesem Virus besteht noch immer. Solange die letzten Polio-Herde noch bestehen, müssen wir alle im Kampf gegen Poliomyelitis - einer Krankheit, die einstmals jedes Jahr Millionen von Menschenleben forderte – wachsam bleiben. Wie wichtig Impfungen als unentbehrliche Gesundheitsleistungen in diesem Zusammenhang sind, haben nicht zuletzt die aktuellen Herausforderungen während der COVID-19-Pandemie gezeigt. Der Bundesverband Polio e. V. nutzt den Welt-Polio-Tag deshalb, um immer wieder auf die Notwendigkeit des Impfens hinzuweisen. Gleichzeitig ist es ihm ein wichtiges Anliegen, auf die Lebenssituation der Betroffenen aufmerksam zu machen. Der Verband ist mit seinen über 3000 Mitgliedern die stärkste Interessenvertretung derjenigen Menschen in Deutschland, die mit den Spätfolgen einer Poliomyelitis leben. Denn Jahre bis Jahrzehnte nach der ersten Erkrankung führt das so genannte Post-Polio-Syndrom (PPS) bei vielen Betroffenen zu allgemeiner Schwäche, Abnahme der Muskelmasse, Schmerzen, Ermüdbarkeit oder vermehrter muskulärer Erschöpfbarkeit. Die Mitglieder des Verbandes haben sich zusammengeschlossen, um sich hinsichtlich einer guten medizinischen Versorgung und der Durchsetzung von Teilhabemöglichkeiten in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens gegenseitig zu unterstützen.

Pressekontakt:
Bundesverband Polio e. V.
Ulrike Jarolimeck
1. Vorsitzende
Bundesverband Poliomyelitis e. V.
Telefon 0681 81 11 97


Bundesverband Poliomyelitis e.V.

  • Interessengemeinschaft von Personen mit Kinderlähmung
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