Pressemitteilung
Welt-Polio-Tag


28. Oktober ist Welt-Polio-Tag Als Jonas Edward Salk am 28. Oktober 1914 als Sohn russisch-jüdischer Eltern in New York City geboren wurde, war Polio noch eine echte Geißel der Menschheit. Medizinisch korrekt wird diese Krankheit als Poliomyelitis bezeichnet, im Volksmund ist sie unter der Bezeichnung Kinderlähmung oder Polio geläufig. Es ist eine durch Viren übertragene Infektionskrankheit, bei der Nervenzellen im Rückenmark befallen sind und Lähmungserscheinungen verschieden starker Ausprägung zur Symptomatik zählen.

Erst Mitte der Fünfzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts gelang es dem schon als Kind hoch begabten Salk nach Vorarbeit durch andere Wissenschaftler, einen wirksamen Impfstoff zu entwickeln. Und wer erinnert sich nicht an den eingängigen Slogan „Schluckimpfung ist süß – Kinderlähmung ist grausam!“? Groß angelegte Impfaktionen weltweit drängten die Polio zurück. Ähnlich wie die Pocken verlor auch Polio seit den Sechzigerjahren ihre Schrecken. Doch das Ziel einer poliofreien Welt ist noch immer nicht ganz erreicht.

Europa gilt als frei von Kinderlähmung – doch im Zeitalter zunehmender Globalisierung lauert die Gefahr eingeschleppter Viren sozusagen an jeder Ecke. Wer heute in Pakistan oder Afghanistan zu tun hat, kann morgen schon mit dem Virus „an Bord“ in Deutschland aus dem Flugzeug steigen. Treffen diese eingeschleppten Viren dann auf eine durch zunehmende Impfmüdigkeit nur noch lückenhaft geschützte Bevölkerung, kann Polio ganz schnell auch in Europa oder Deutschland wieder zur akuten Gefahr werden.

In Deutschland leben heute noch rund 60 000 Menschen, die vor der Einführung der Schluckimpfung gegen Kinderlähmung in den 1960er Jahren meist im Kindesalter daran erkrankten. Sie leiden nicht „nur“ unter den von Anfang an vorhandenen Symptomen, sondern in zunehmendem Alter vermehrt am Post-Polio-Syndrom, zu dessen Beschwerden Muskelschwächen, Atemnot und Erschöpfung gehören. Dieses Krankheitsbild ist noch gar nicht richtig erforscht und in der Ärzteschaft wenig bekannt. So kann mancher Betroffene von einer wahren Odyssee auf dem Weg von einem Arzt zum anderen berichten.
Als die WHO 2002 die Region Europa für poliofrei erklärte, hoben UNICEF und WHO einen Gedenktag aus der Taufe: Der Welt-Polio-Tag wird seither alljährlich am Geburtstag des Impfstoff-Entdeckers Jonas Salk, dem 28. Oktober, begangen. Dieser Tag erinnert nicht nur an die Krankheit – er soll vielmehr die Bevölkerung zur Aufrechterhaltung des Impfschutzes motivieren

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Bundesverband Poliomyelitis e.V.

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