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Heilmittelrichtlinien 2017


Der langfristige Heilmittelbedarf


Die Verordnungen für den sogenannten langfristigen Heilmittelbedarf ändern sich zum 1. Januar des kommenden Jahres. Irene Kopf erläutert, was zu beachten ist.

Zum 01.01.2017 wird die Heilmittelrichtlinie angepasst. Dadurch
ergibt sich für unser Krankheitsbild folgende Änderung:
Bisher war Polio bzw. PPS als Praxisbesonderheit gelistet und
unterlag dadurch für den verordnenden Arzt nicht mehr der
Wirtschaftlichkeitsprüfung – es war für ihn budgetneutral.
Zum Glück konnten wir erreichen, dass wir auch im neuen
Verfahren als Krankheitsbild gelistet sind. Das hat den Vorteil,
dass Versicherte sich einen langfristigen Heilmittelbedarf
nicht mehr von ihrer Krankenkasse genehmigen lassen müssen
und der verordnende Arzt nach korrekter Ausstellung des
Rezeptes auch weiterhin budgetneutral bleibt.

Was bedeutet überhaupt langfristiger Heilmittelbedarf?

• Patienten mit schweren funktionellen und/oder strukturellen
Schädigungen benötigen in bestimmten Fällen dauerhaft
Heilmittel. Betrifft dies Erkrankungen, die
in der vom G-BA definierten Diagnoseliste enthalten
sind, ist vom Vorliegen eines langfristigen
Heilmittelbedarfs auszugehen. Ein Antrags- und
Genehmigungsverfahren bei der Krankenkasse
ist dann nicht mehr erforderlich.
• Von einer Dauerhaftigkeit oder Langfristigkeit
ist auszugehen, wenn ein Therapiebedarf mit
Heilmitteln von mindestens einem Jahr medizinisch
notwendig ist.
• Verordnungen im Rahmen des langfristigen
Heilmittelbedarfs unterliegen nicht den Wirtschaftlichkeitsprüfungen.

Wie muss das Rezept aussehen?

Zunächst muss das Kreuz bei Verordnung außerhalb
des Regelfalls (3) gesetzt und zusätzlich eine
medizinische Begründung eingetragen werden.
Das Kästchen Hausbesuch (6) muss angekreuzt
werden, wenn der Patient aus medizinischen Gründen
den Therapeuten nicht aufsuchen kann oder der
Hausbesuch aus medizinischen Gründen zwingend
notwendig ist. Sonst muss „Hausbesuch nein“ angekreuzt
werden.
Auf Wunsch kann der Vertragsarzt einen Therapiebericht
(7) beim Leistungserbringer anfordern.
Verordnungsmenge (8): Da im Rezept außerhalb
des Regelfalls (15) angekreuzt wurde, ist die Verordnungsmenge
so zu bemessen, dass die Behandlung
einen Zeitraum von bis zu 12 Wochen umfasst
und eine ärztliche Untersuchung gewährleistet ist.
Anzahl pro Woche: In dies Feld (10) ist vom verordnenden
Arzt eine Frequenzempfehlung einzutragen.
Diese ist abhängig von der Ausprägung und
Schwere der Erkrankung sowie vom angestrebten
Therapieziel.
In unserem Fall handelt es sich beim
Punkt Indikationsschlüssel (11) um die
Bezeichnung ZN2a. Zusätzlich muss die
Diagnose (12) mit Leitsymptomatik angegeben werden. Auch
beim neuen Verfahren muss der ICD-10-Code (13) unbedingt
mit angegeben werden – also G14. Nur durch die Angabe dieses
Codes entfällt die Wirtschaftlichkeitsprüfung. Die Angabe
eines weiteren ICD-10-Codes ist nur notwendig, wenn ein besonderer
Verordnungsbedarf geltend gemacht werden soll, bei
dem die Angabe eines zweiten ICD-10-Codes Voraussetzung
ist (gem. Anh. 1 zur Anl. 2 der Rahmenvorgaben nach § 106b
Abs. 2 SGB V für die Wirtschaftlichkeitsprüfung ärztlich verordneter
Leistungen vom 30.11.2015).

Bitte Muster Heilmittelverordnung beachten!

Auch nach der ab 01.01.2017 geltenden Heilmittelrichtlinie
sind die Verordnungen der Ergotherapie sowie der Stimm-,
Sprech- und Sprachtherapie als Langzeitverordnung ohne Genehmigung
möglich.


Heilmittelbedarf Rezept

Das Dokument kann auch unter folgenden Link runter geladen werden:
PDF Dokument Heilmittelverordnung






Bundesverband Poliomyelitis e.V.

  • Interessengemeinschaft von Personen mit Kinderlähmung
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